Welpenerziehung – So machen sie es richtig
Die Freude ist groß: Endlich können Sie mit Ihrem heiß ersehnten Hundebaby spielen und kuscheln. Doch spätestens wenn der Welpe auf das neue Sofa pinkelt, wird ihre Freude getrübt und es wird klar, das hier gewisse Vorschriften und Regeln notwendig sind.
Am meisten lern- und aufnahmefähig sind Welpen übrigens vor der 15. Lebenswoche: Alles was Sie dem Hund bis zu diesem Zeitpunkt zeigen, wird ihm auf Lebzeiten keine Angst einjagen, z.B. Parks, Autofahrten oder andere Tiere.
Ab der 12. Woche macht es Sinn, Ihrem Welpen zu zeigen, dass Sie der „Leitwolf“ sind und dass er Ihnen vertrauen kann.
Aber wie können Sie das dem Hundebaby das klarmachen?
Wichtig ist in jedem Fall, dass feste Regeln des Alltags eingehalten werden, dazu gehört zum Beispiel das Beachten der Befehle und die Einhaltung der Essens- und Ruhezeiten.
Welpen verstehen die Worte der Menschen nicht, jedoch können Sie zwischen den Tonlagen unterscheiden: Wenn Sie ein Kommando geben, dann machen Sie das mit einer festen Stimme. Bei einem Lob ist eine freundlichere, etwas hellere Stimme angebracht, bei einem Tadel eine strenge Stimme. Anschreien oder Schlagen können Sie weglassen, es hilft nicht. Viel effektiver sind Lob und anerkennende Streicheleinheiten und ab und zu – aber nicht immer – Leckerlis zur Belohnung.
Ebenso wie bei einem Kleinkind muss bei einem Welpen auch Tat und Tadel direkt hinter einander folgen. Wenn Sie mit Ihren Hund über etwas schimpfen, dass nicht unmittelbar zuvor passiert ist, versteht er den wahren Grund ihres Ärgers nicht. Ein Beispiel: Ihr Hund erkundet den Garten und zerstört dabei Ihr erst kürzlich angelegtes Gemüsebeet. Sie kommen eine Stunde später nach Hause und wie immer begrüßt Sie Ihr Welpe freundlich. Als Sie jedoch entdecken, was passiert ist, ist Ihr Ärger groß. Sie schimpfen mit Ihrem Vierbeiner und sagen Ihm mit energischer Stimme und wütendem Blick, was er falsch gemacht hat. Da der Welpe jedoch Ihre Worte nicht versteht, kommt er zu den folgenden Schluss: „Ich darf mich nicht mehr freuen, wenn mein Herrchen oder Frauchen nach Hause kommt.“
Wenn Sie mit Ihrem Welpen Kommandos trainieren, bedenken Sie, dass sich die Jungtiere nur bis zu maximal zehn Minuten konzentrieren können. Überforderung zeigt Ihr Welpe Ihnen durch Gähnen, Kratzen oder Hinlegen.
Üben Sie die Befehle an verschiedenen Orten immer wieder und ergänzen Sie sie mit Handzeichen, damit der Hund Sie auch aus der Entfernung versteht. Wichtig dabei ist die Reihenfolge: zuerst das Handzeichen, dann das Kommando.
Ein effektives Kommando für „Hier“ zum Beispiel ist 1. das Klopfen auf den Oberschenkel und 2. das Rufen des Namen des Hundes und des Wortes „Hier“, dabei in die Hocke gehen und ein Leckerli zeigen.
Bei dem Kommando „Sitz“ erheben sie 1. den Zeigefinger und stellen sich 2. mit einer Belohnung vor den Hund und halten diese über seinen Kopf. Sagen Sie dabei das Wort „Sitz“. Um die Belohnung besser fixieren zu können, wird sich der Welpe nach einigen Versuchen hinsetzen. Belohnen Sie den Hund sofort. Alternativ können Sie dem Welpen auch sanft auf sein Hinterteil drücken und „Sitz“ sagen. Nachdem sich der Hund gesetzt hat, belohnen sie ihn ebenfalls unmittelbar danach.
